Es ist mal gerade so wie in Afrika, heiß, heißer am heißesten. Es fühlt sich an wie Feuer. Regen nach der Sonnenfinsternis, eine kurze Abkühlung und dann zurück unter die Feuersonne. Mein Gehirn fühlt sich an wie Brei und alle Zellen öffnen sich, als ob sie schmelzen wollen.
Alles erinnert sich in mir an Afrika und eine leichte Sehnsucht durchflutet mich. Es war 1994 in Lagos. Unter der Obhut meiner Schwiegermutter, eine wunderbare, majestätische, afrikanische Lady, die mir alle Liebe die ich wollte gab. Gott hab Sie selig, sie ist mittlerweile verstorben.
Mein Mann schenkte mir ein Ticket und ich verbrachte einige Monate in Lagos, um die Kultur seiner Familie und seines Landes kennen zu lernen. Ich war die einzige Weiße weit und breit, irgendwo in einem Viertel von Lagos, brütende Hitze und zwischendurch Regenfälle, unglaublicher Reichtum und unglaubliche Ghettos reihten sich nebeneinander auf.
Ich, wie gewohnt, als erfahrene Weltenbummlerin und unglaublich neugierig auf neue Kulturen, sog alles in mich auf. Jeder wollte mich sehen. Frau Gladys Abiaka war eine große Chair Holderin der Anglekanischen Kirche von Lagos und dem Igbu Land. So wurde ich zum Ausstellungsstück, als die 1. Frau ihrer 5 Söhne und war schnell berühmt.
Ich wusste zwar, das Frau Gladys Abiaka in großer Verantwortung stand, aber ich wusste von ihrer charismatischen Persönlichkeit nichts und das sie bis zu 6000 Frauen betreute. So sagte sie zu mir eines Tages, kurz nach meiner Ankunft, ich solle mich herrichten, wir gehen in die Kirche. Ok, ich folgte Ihr.
Wir gingen durch die Straßen von Lagos, ähnlich wie Kairo, Bombay und Kalkutta zur Kirche.
Dort waren unglaublich viele Menschen und alle kannten Mum.
Ein ohrenbetäubendes, turbulentes Gebet fing an, alle sangen, tanzten, weinten, lachten, beteten, mir war unheimlich zunächst. Frauen wurden von Dämonen geheilt, Kranke wurden gesund, schnell, sofort.
Und dann plötzlich fiel ich um und sank unter der Kraft des Heiligen Geistes und unter die Präsenz der Christusenergie zu Boden. Ich konnte nichts tun, mich nicht mehr wehren. Es fühlte sich an wie eine goldene Köstlichkeit, ein unglaublicher Frieden. Lagos und die vielen, vielen Menschen entfernten sich energetisch, Raum und Ruhe herrschte in meiner geistigen Schau.
Ich war in einer ewigen Weite von kristallinem Licht. Christus kam in meine Vision und füllte mich mit seiner Anwesenheit und Energie, ich konnte mich nicht bewegen, war aber bei vollem Bewusstsein. Dann musste ich unglaublich lachen, ein Lachen, das jede meiner Zellen durchrüttelte. Ich weiß nicht mehr, wie lange es dauerte, irgendwann kam dann Mum und schleppte mich nach Hause. Tief in mir wusste ich, ja das war er. Es war Christus, der mich besuchte.
Es war nicht meine 1. Begegnung mit der Christusenergie, aber es war meine 1. geistige ganz bewusste Schau unter der Kraft des Heiligen Geistes mit tiefen Visionen und der klaren Erkenntnis, es ist wahr, so ist es, Christus lebt, der heilige Geist ist mit seiner ganzen Kraft unter uns Menschen. Diese geistige Schau führte zu einer bewusst deklarierten Absichtserklärung: ich, Helena, gehöre mit meiner gesamten Existenz zu Christus.
Es ging eine andere Helena aus der Kirche, als die, die da rein ging.
Mum lehrte mich viel über die Mystik in Christus. Dort, wo ich war, wurde die Christusenergie ekstatisch gelebt, tief aus dem Herzen, mit Gefühl, Herz und in tiefer Hingabe.
Leider konnte ich diese ekstatische Energie hier in Deutschland nicht halten. Die Vorschriften erlauben emotionale Hingabe nicht. Ich fuhr also alles zurück und wenn ich das so schreibe, fühle ich mein Gefängnis um mich mitten unter Menschen und das komplizierte spirituelle Leben ohne Freude , ohne Emotionen, vernünftig, intelligent und etwas kalt, ich vermisse hier die Leidenschaft, dass Feuer, die Wärme, den Spirit. Wenn ich dann ganz still bin, singt ihre Stimme in mein Inneres 'Helen all is well with you in Jesus, you are blessed in his name' und Mum lacht.